erster Rückblick

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Beitragvon hanni am 16.02.2007, 21:13

Ich war in der ddr ein unpolitischer mensch,viele widersprüche hat man hingenommen,weil die gegensätze nicht so gravierend waren,heute würde man sagen,eine homogene masse,ich habe es nie so empfunden,irgenwann in meinem berufsleben wurde ich allerdings vor eine entscheidung gestellt,entweder dort weitermachen,wo ich arbeitete und sed-mitglied werden oder gehen,ich wurde dabei nicht unter druck gesetzt,es wurde mir auch eine alternative aufgezeigt,wenn ich nein gesagt hätte,letztendlich bin ich mitglied geworden ,aber mehr,um meinem vater näherzukommen,er war ein überzeugter kommunist,wovon ich weit entfernt war,er ist 1918 geboren,war ein arbeiter,krieg ,gefangenschaft,vertreibung haben sein leben geprägt,ich wollte ihm nahe sein,aber es gelang mir nie,ich fand mitglied der sed nie als druck,obwohl mir die monatliche versammlung und das parteilehrjahr auf dauer einfach zu oft war,aber auch davor konnte man sich drücken,wenn man kinder hatte,das nächst mal mehr
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Re: erster Rückblick

Beitragvon Milchgeldkassierer am 17.02.2007, 00:40

hanni hat geschrieben:Ich war in der ddr ein unpolitischer mensch,viele widersprüche hat man hingenommen,weil die gegensätze nicht so gravierend waren,heute würde man sagen,eine homogene masse,ich habe es nie so empfunden,irgenwann in meinem berufsleben wurde ich allerdings vor eine entscheidung gestellt,entweder dort weitermachen,wo ich arbeitete und sed-mitglied werden oder gehen,ich wurde dabei nicht unter druck gesetzt,es wurde mir auch eine alternative aufgezeigt,wenn ich nein gesagt hätte,letztendlich bin ich mitglied geworden ,aber mehr,um meinem vater näherzukommen,er war ein überzeugter kommunist,wovon ich weit entfernt war,er ist 1918 geboren,war ein arbeiter,krieg ,gefangenschaft,vertreibung haben sein leben geprägt,ich wollte ihm nahe sein,aber es gelang mir nie,ich fand mitglied der sed nie als druck,obwohl mir die monatliche versammlung und das parteilehrjahr auf dauer einfach zu oft war,aber auch davor konnte man sich drücken,wenn man kinder hatte,das nächst mal mehr



wie bitte????? Um deinem Vater näher zu kommen, bist du in die SED eingetreten.

So ein Quatsch hab ich überhaupt noch nicht gehört
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Re: erster Rückblick

Beitragvon hanni am 17.02.2007, 18:00

Milchgeldkassierer hat geschrieben:
hanni hat geschrieben:Ich war in der ddr ein unpolitischer mensch,viele widersprüche hat man hingenommen,weil die gegensätze nicht so gravierend waren,heute würde man sagen,eine homogene masse,ich habe es nie so empfunden,irgenwann in meinem berufsleben wurde ich allerdings vor eine entscheidung gestellt,entweder dort weitermachen,wo ich arbeitete und sed-mitglied werden oder gehen,ich wurde dabei nicht unter druck gesetzt,es wurde mir auch eine alternative aufgezeigt,wenn ich nein gesagt hätte,letztendlich bin ich mitglied geworden ,aber mehr,um meinem vater näherzukommen,er war ein überzeugter kommunist,wovon ich weit entfernt war,er ist 1918 geboren,war ein arbeiter,krieg ,gefangenschaft,vertreibung haben sein leben geprägt,ich wollte ihm nahe sein,aber es gelang mir nie,ich fand mitglied der sed nie als druck,obwohl mir die monatliche versammlung und das parteilehrjahr auf dauer einfach zu oft war,aber auch davor konnte man sich drücken,wenn man kinder hatte,das nächst mal mehr



wie bitte????? Um deinem Vater näher zu kommen, bist du in die SED eingetreten.

So ein Quatsch hab ich überhaupt noch nicht gehört



Ich könnte dir meine familiengeschichte erzählen,das würde zu weit führen.also musst du es so akzeptieren,wie es bei mir war,jeder hat seine entwicklung hinter sich,
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Beitragvon Milchgeldkassierer am 17.02.2007, 18:41

ich glaub dir schon, so ist es nict

aber armseelig ist das schon
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Beitragvon hanni am 19.02.2007, 18:00

armseelig ist nicht das richtige wort,schwäche,kein selbstbewusstsein,einfach das andere leben,ic h wollte eigentlich damit sagen,mitglied der partei zu werden war eine entscheidung,die jeder mit sich selber ausmachen konnte,es gab immer alternativen,ich habe es jedenfalls so kennengelernt,innerhalb der partei konnte man auch die übernahme von funktionen ablehnen,das was unabwendbar war,war die teilnahme an der parteiversammlung,am parteilehrjahr und die realisierung der parteiaufträge.diese fand ich allerdings als ziemlich unangenehm,wenn sie in eine politische richtung gingen
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Beitragvon hanni am 26.02.2007, 17:52

ist denn niemand bereit, zu diesem thema sed seine erfahrungen,egal ob gut oder schlecht,mitzuteilen,doch nur so kann man doch das erlebte aufarbeiten
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Beitragvon Karli am 18.12.2007, 09:36

Auch ich muß mich als relativ passiver DDR-Bürger outen ,
außer den mehr oder weniger unvermeidlichen Funktionen
in FDJ und Gewerkschaft . ( Bin ich deshalb schon mitschuldig ?? )
Allerdings hatte ich stets die Geschehnisse um mich rum im Blick und
keine Probleme , auch Genossen zu meinen privaten Freunden zu zählen.
Damit bekam ich so einiges mit , was eine SED-Mitgliedschaft für mich selbst unakzeptabel erscheinen ließ .
So richtig ging das bei der Übergabe unserer Facharbeiterbriefe los :
Der staatliche Leiter flezte in seinem Sessel , Kippe in der Hand :
" Also Jungs , wenn ihr hier was werden wollt , müßt ihr schon in die Partei eintreten " Stimmt mit dem Betrieb was nicht oder mit der Partei ?
Zumal ich es aus den Erzählungen meines Vaters noch anders kannte -
da wurde man ausgewählt und angesprochen .
Später konnte ich einen echten Tiefschlag live miterleben :
Wir saßen in der Kantine , und ein älterer Kollege mit relativ hohen Posten kam an unseren Tisch und fragte meinen Kollegen : " Na , wie was in Vietnam ? " - " Wie jetzt - Vietnam ? " - Dazu muß man wissen , daß sich besagter Kollege sehr enagiert um die bei uns zur Ausbildung weilenden Vietnamesen kümmerte , obwohl er auf seinem Posten eigentlich nichts mit denen zu tun hatte - das hat sich halt so ergeben.
In der Zwischenzeit sprach er ein leidlich gutes Vietnamesisch und als Krönung verkaufte er noch seinen Trabbi , um den kleinen Kerlen jede Menge Pakete hinterherschicken zu können ! So kam die Einladung des Partnerbetriebes zu einer kleinen Dankeschön-Reise nach Vietnam .
Alle sind geflogen - Direktor , Abteilungsleiter , Parteisekretär , Betriebsarzt und einige andere , die schon mal davon gehört hatten , daß wir Vietnamesen ausbildeten - nur eben derjenige , mit denen sie täglich Kontakt hatten , nicht . Er war ja nur Mechaniker und " einfacher " Genosse . Für mich als jungen Menschen eine gute Lektion zu diesem Thema . ( Später war zu erfahren , daß die Stimmung in Vietnam sehr unterkühlt war , da man eigentlich jemand anderes am Flughafen erwartete )
Auch bei der NVA hatte ich viele solcher " Kopfschüttel"-Erlebnisse , was dazu führte , daß ich den Weg in die Reihen der Partei nicht fand .
Erst die Jahre hier am Rhein ließen in mir so manche Erkenntnis reifen .
Aber jetzt ist es wahrscheinlich zu spät.
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Beitragvon Ostler am 05.02.2008, 15:35

Vieleicht war es ein Fehler, das die SED zur Massenpartei sich entwickelte, und viele "Pfründe" im Staat nur mit einem Mitgliedsbuch der Partei vergeben wurden. Das zog viele Opportunisten an, die dann wie es heute auch läuft eintreten um nach unten zu treten.
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Re: erster Rückblick

Beitragvon Zweifler am 10.10.2008, 17:51

Genossen waren Radfahrer! Nach oben buckeln und nach unten treten.
Sprach man mit ihnen unter vier Augen offenbarte sich, dass sie
genau meiner Meinung waren und ihre Pflichten als lästig und
unsinnig empfanden und sie glaubten in der Regel, von wenigen
Ausnahmen mal abgesehen, nicht an den Sieg des Sozialismus.
Das sag ich hier mal ganz klar.

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Re: erster Rückblick

Beitragvon Zweifler am 04.05.2010, 19:06

Schon mehr als ein Jahr her als ich diese Provokation schrieb. Was anderes war es wohl damals wirklich nicht.

Wenn ich hier im Forum so lese, dann sehe ich nun, dass es doch mehr Menschen gab, die nicht Radfahrer waren.

Kann sein, dass ich nicht die richtigen Leute im Leben traf.

Entschuldige mich hier mal öffentlich für die vielen Provokationen, die ich hier im Forum hinterließ.

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Re: erster Rückblick

Beitragvon otschen am 04.05.2010, 19:33

Hallo Zweifler,
Deine kritischen Beiträge finde ich, waren eher auch das Salz in der Suppe und regte mich zum Eintreten und mitreden an. Man schreibt in einiger Erregung auch schnell mal etwas unsachliches was man später vielleicht bereut. Ich habe mich an anderer Stelle auch für so eine Entgleisung entschuldigt. Da fällt einem kein Zacken aus der Krone.
Und ausserdem - ein ZWEIFLER, der zu allem JA und AMEN sagt, wer ist denn das? :D
otschen
 

Re: erster Rückblick

Beitragvon bummi am 05.05.2010, 00:00

Ein ganz starker Zug von Dir, @zweifler.
Mein Kompliment.

Wenn mer Sozialismus wirklich ernst nimmt, muß mer die Einsicht mitbringen,
daß keiner vollkommen ist und die Gesellschaft eine Zwischenstufe darstellt.
Alle Bestandteile bürgerlicher und kommunistischer Anschauung leben miteinander
und bauen ein neues System auf. Das Verzwickte dabei ist, daß der, der bis
zur Wende (Kapitalismus - Sozialismus) der Lehrer war, "Schüler" wird:-)))
Gleiches gilt übrigens auch in die andere Richtung.
Die Einbindung der "Schüler" ins Leben zeichnet eine gute Gesellschaft aus.
Die DDR war dabei nicht die schlechteste....deutscher Nationen:-)))

kh
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