Ab fünfter Klasse konnte man wohl auch ein kleiner Funktionär in der Pionierorganisation werden. Ich wurde zunächst Beitragskassierer. Im nächsten Jahr stieg ich auf zum stellvertretenden Gruppenratsvorsitzenden und im darauf folgenden Schuljahr zum Gruppenratsvorsitzenden selbst. Inzwischen wurde aus uns Jungen Pionieren Thälmannpioniere und wir trugen rote Pionierhalstücher.
In der 8. Klasse traten die meisten in die FDJ (Freie Deutsche Jugend) ein. Da gab es bei uns auf der Dorfschule - ja es gab in fast jedem Dorf eine eigene Schule - auch schon Klassenstreitereien zwischen Jugendweihlingen und Konfirmanten. Das FDJ Hemd zu tragen war noch keine Pflicht, aber erwünscht. Diese Hemden gab es in einem Kleiderladen in der Kreisstadt zu kaufen zu einem Pauschalpreis von 10,- DDR Mark.
Ich nahm mein Erspartes und kaufte mir so ein FDJ Hemd, weil ich inzwischen "Freundschaftsratsvorsitzender" geworden war, das Höchste, was man auf einer Dorfschule werden konnte. Somit war ich auch der Erste, der auf unserer Schule ein FDJ Hemd trug. Noch heute erinnere ich mich an das Getuschel der Mädchen, als ich mit meinem FDJ Hemd den Speisesaal der Schule betrat.
Später lernte ich dann von der 9. bis zur 12. Klasse auf der EOS in der Kreisstadt. Dort war meine steile politische Karriere
