Günter Mittag

Re: Günter Mittag

Beitragvon babeuf am 18.05.2010, 11:16

"Totengräber der DDR. Wie Günter Mittag den SED-Staat runierte."


There are several books that kill a second time the economist.

For a little Frenchman like me, all data on the Web accuse and condemn Günter Mittag.
In the reality, now, nobody has the right to defend the "suspect" Mittag.
Yet, I don't believe that the economist is the Evil. He helped modernize the GDR.

Let us look at the successes and at the failures of the man. Let us look at the successes and at the problems of the regime.
The GDR is not just the aging leaders -like GM- surprised by the end of the Cold war.
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Re: Günter Mittag

Beitragvon otschen am 18.05.2010, 22:10

Dann nehmen wir einen Kampfgenossen von Mittag, Werner Krolikowski. Krolikowski war im Politbüro und schreibt am 16.01. 1990 handschriftlich über seine Arbeit im PB.
Aus diesen Notizen habe ich in groben Zügen die Fakten über Mittag, Honecker und Schalck konspektiert.

1973 wurde Mittag zum 1.Stellvertreter in der Regierung Sindermann. Honecker ließ extra einen Beschluss fassen, der Sindermann de facto entmachtete und Mittag zum eigentlichen Drahtzieher der Regierung und zum totalen Willensvollstrecker Honeckers machte.
Durch Honecker und Mittag kam es zu Verletzungen der ökonomischen Gesetze des Sozialismus
- Immer stärkeres Missverhältnis von Akkumulation und Konsumtion
- Zunehmende Auslandsverschuldung im NSW (Pump- und Pompsozialismus)

„Wer Schulden im Westen hat, der hat auch Ansehen“ – so gaben sie großkotzig an.
Mitte der 70er Jahre wurden sie vom großen Bruder UdSSR deswegen ermahnt, höchstens 6 Milliarden zu verschulden, aber sie schlugen die Warnungen in den Wind.
1979, zum 30. Jahrestag der DDR war Breshnew in Berlin. Der schlug vor dem geamten Politbüro mit der Faust auf den Tisch weil die Verschuldung bis ca. 30 Milliarden angestiegen war.
Inzwischen wurde noch Schalck aufgebaut.
In den 80er Jahren trieben diese drei die Westverschuldung so gewissenlos und abenteuerlich in die Höhe, dass nun bereits im Westen Schulden gemacht werden mussten, um die Tilgungs-, Zins- und Gebührenzahlungen an die Westbanken überhaupt leisten zu können.
Das führte dann zu dem legendären Strauß- Kredit.
Zum Ministerpräsident Nakasone aus Japan sagte Honecker „mein Freund Franz Joseph Strauß“.
Die Aufnahme des Kredits wurde nicht im Ministerrat beschlossen, sondern von Honecker und Mittag eingefädelt und Schalck war deren Handlanger.

Als Quelle diente das Buch "Tatort Politbüro - Die Akte Honecker" von Peter Przybylski, erschienen im Rowohlt Verlag, 1. Auflage April 1991. Im Anhang der Dokumente Seite 321 ff..
otschen
 

Re: Günter Mittag

Beitragvon babeuf am 19.05.2010, 14:27

In 1985, for the World Bank, the external debt of the GDR is 7.5 billions of dollars (5 % of its annual global national product). In the same year, in France, the external debt 66.5 billions of dollars (13 % of its annual global national product).

Because of the gorbatchevian chaos (significant increase in the price of oil sold by the USSR to the GDR for example) the situation become bad. For its part, the (American) Institute of international finance estimates(/considers) this debt in 1985 at 14.7 billions of dollars and at 21.6 billions in 1989. This last number is not a consequence of the "normal" functioning of GDR but it is the result of the external and internal disturbances.

These data don't came of the Central Statistical Office of the GDR... :wink:
They don't came of the personnal desk of Mittag ! :lol:
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Re: Günter Mittag

Beitragvon bummi am 19.05.2010, 23:12

Sozialistische Länder können sich mit der Produktivität kapitalistischer nicht messen.
Zum einen zählt in der sozialistischen Produktion die Vollbeschäftigung als Hauptargument und zum
zweiten die Reproduktion der Arbeitskraft. Zweites wird in kapitalistischen Systemen
komplett ( zumindest auf ein Minimum zusammengestrichen) ausgegliedert. Siehe Gesundheitskosten etc.
Gleiches gilt für freie Tage usw..
Wirtschaftlich ist damit der Ansatz Ardennes, siehe Rede, im sozialistischen Sinn,
unbrauchbar; streng genommen, konterrevolutionär.
Die Produkt- und damit Erlöskalkulation der sozialistischen Wirtschaft, ist in ihrer Gesamtheit
völlig anders aufgebaut als eine kapitalistische Kalkulation. Daraus ergeben sich auch völlig andere
Wirtschaftskreisläufe. Als Beispiel könnte vielleicht die Rohstoffverwertung gelten, z.b. Sero.
Sozialistische Wirtschaftskreisläufe sind bedeutend komplexer als kapitalistische.
Sobald Sozialisten in ihrer Wirtschaft Fehler begehen, sind die Folgen weitaus
komplexer. Von Umweltschäden, a la UdSSR und teilweise DDR, angefangen bis hin
zu schwersten Engpässen in der Warenversorgung.
Der Eingriff in den Preis eines Produktes, ist im Sozialismus der Eingriff in die gesamte
Sozialkasse. Demzufolge auch ein Eingriff in den Staatshaushalt.
Daraus könnte man schlußfolgern - und Westmedien tun das auch - Sozialismus wäre
bedeutend bürokratischer als Kapitalismus. Ist er nicht. Indem der Sozialist die
gesamte Bevökerung in die Produktion einbezieht, schafft er auch den Markt
für das Produkt; und zwar auf relativ saubere Art.
Die DDR ist mit ihrer Geschichte nicht unbedingt der Maßstab dafür.
Siehe Krieg und Folgen.
Dein Nachteil, @otschen, ist, daß Du den Aufbau der DDR auf wenige Personen beschränkst.
Entweder Honecker oder Mittag oder beide in "Tateinheit".
In den 80igern sollte Herrr Mittag eine "kleine NÖP" organisieren, um eventuelle
Resourcen für die Bevölkerungsversorgung frei zu bekommen. Nirgens ist dazu was
zu finden. Egal. Wir wissens ja. Siehe Kleinbetriebe, Konsumgüterproduktionsprogramm,
Förderung der Privatbetriebe usw.; Delikate, -Exe usw. inbegriffen.
Heute könnte keiner sagen, daß das ne Nullnummer gewesen wäre.
Gern werden in Diskussionen auch internationale Verträge vergessen, z.b. Umweltauflagen,
Flüchtlingsabkommen usw..

kh
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