von bummi am 19.05.2010, 23:12
Sozialistische Länder können sich mit der Produktivität kapitalistischer nicht messen.
Zum einen zählt in der sozialistischen Produktion die Vollbeschäftigung als Hauptargument und zum
zweiten die Reproduktion der Arbeitskraft. Zweites wird in kapitalistischen Systemen
komplett ( zumindest auf ein Minimum zusammengestrichen) ausgegliedert. Siehe Gesundheitskosten etc.
Gleiches gilt für freie Tage usw..
Wirtschaftlich ist damit der Ansatz Ardennes, siehe Rede, im sozialistischen Sinn,
unbrauchbar; streng genommen, konterrevolutionär.
Die Produkt- und damit Erlöskalkulation der sozialistischen Wirtschaft, ist in ihrer Gesamtheit
völlig anders aufgebaut als eine kapitalistische Kalkulation. Daraus ergeben sich auch völlig andere
Wirtschaftskreisläufe. Als Beispiel könnte vielleicht die Rohstoffverwertung gelten, z.b. Sero.
Sozialistische Wirtschaftskreisläufe sind bedeutend komplexer als kapitalistische.
Sobald Sozialisten in ihrer Wirtschaft Fehler begehen, sind die Folgen weitaus
komplexer. Von Umweltschäden, a la UdSSR und teilweise DDR, angefangen bis hin
zu schwersten Engpässen in der Warenversorgung.
Der Eingriff in den Preis eines Produktes, ist im Sozialismus der Eingriff in die gesamte
Sozialkasse. Demzufolge auch ein Eingriff in den Staatshaushalt.
Daraus könnte man schlußfolgern - und Westmedien tun das auch - Sozialismus wäre
bedeutend bürokratischer als Kapitalismus. Ist er nicht. Indem der Sozialist die
gesamte Bevökerung in die Produktion einbezieht, schafft er auch den Markt
für das Produkt; und zwar auf relativ saubere Art.
Die DDR ist mit ihrer Geschichte nicht unbedingt der Maßstab dafür.
Siehe Krieg und Folgen.
Dein Nachteil, @otschen, ist, daß Du den Aufbau der DDR auf wenige Personen beschränkst.
Entweder Honecker oder Mittag oder beide in "Tateinheit".
In den 80igern sollte Herrr Mittag eine "kleine NÖP" organisieren, um eventuelle
Resourcen für die Bevölkerungsversorgung frei zu bekommen. Nirgens ist dazu was
zu finden. Egal. Wir wissens ja. Siehe Kleinbetriebe, Konsumgüterproduktionsprogramm,
Förderung der Privatbetriebe usw.; Delikate, -Exe usw. inbegriffen.
Heute könnte keiner sagen, daß das ne Nullnummer gewesen wäre.
Gern werden in Diskussionen auch internationale Verträge vergessen, z.b. Umweltauflagen,
Flüchtlingsabkommen usw..
kh